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Mär
12

Voller Erfolg für Kohlbachtaler Volkstheater

Theater Kohlbachtal 2018 

Mit Nachdruck flößen Heilpraktikerin Clothilde (Maria Mihm) und Bürgermeister Alfred (Clemens Brähler, rechts) dem Leo (Roland Wehner) die Medikamente gegen seine „Einbildungsalteritis“ ein (Foto: Manuela Henkel)

Theater Kranlucken 2018 

Mit einem selbstgeschriebenen Lied stellte Leo (Roland Wehner) zum Schluss des Kohlbachtaler Theaterstückes fest, dass im Leben oft alles halb so wild ist. (Foto: Manuela Henkel)

Da das neunköpfige Ensemble nur alle zwei Jahre auftritt, waren auch in diesem Jahr alle Karten für die insgesamt sieben Veranstaltungen des Kohlbachtaler Volkstheaterstücks „Alles halb so wild!“ innerhalb kürzester Zeit ausverkauft.

„Es gibt oft Situationen im Leben, bei denen sich im Nachgang herausstellt, dass alles halb so wild war“, so begrüßte Clemens Brähler die Zuschauer. Unter diesem Motto habe die Gruppe versucht, Situationen aus dem Leben aufzugreifen, in ihrem Stück zu verarbeiten, was ihnen auch hervorragend gelungen war.

Lebenskrise vor dem Älterwerden

Mit etwas überspitzten Situationen aus dem alltäglichen Leben auf dem Dorf gespickt mit einer „Lebenskrise vor dem Älterwerden“ präsentierten die Laiendarsteller eine kurzweilige und sehr humorvolle Aufführung mit reichlich Gags und Turbulenzen, bei denen die verschiedenen Rollen ihnen wie auf den Leib geschneidert waren und sehr überzeugend gespielt wurden. In dem Stück geht es um Leo, der immer für alle ein offenes Ohr hat, die Dorfgemeinschaft unterstützt, Mitglied im Gemeinderat, Kirchverwaltungsrat und in der Chorgemeinschaft ist. Mit Bürgermeister Alfred alias Clemens Brähler versucht Leo, der überzeugend von Roland Wehner gespielt wurde, die Anliegen der Gemeinde zu klären. Um die Kinderzahlen zu senken und somit Kosten für den Kindergarten zu sparen, schlägt er vor, die Dorflampen eine Stunde länger brennen zu lassen, damit die Bürger später zu Bett gehen und nicht auf „dumme Gedanken“ kommen. Beim Thema Breitbandausbau müsse die Kommune jetzt endlich mal Gas geben, da es die Gerstengründer ja auch geschafft hätten und damit endlich mal alle Gemeinderatsmitglieder zu den Versammlungen kommen, schlägt Leo eine „Bierverkostung“ vor. „Dann wissen auch schon mal die Geiser, wo die Reise hingeht, wenn wir sie übernehmen“, bestätigt Bürgermeister Alfred im ersten Akt des Stückes.

Alterszittern und Augenzuckungen

Für die Besichtigung des Grundstückes zum Bau der neuen Kläranlage an den Krautgärten in Kranlucken einigten sich die beiden auf den 30. April. Da Leo seine Termine nicht im Überblick hat, stellte seine Frau Auguste, die von Karin Leister gespielt wurde, dann fest, dass er an diesem Tag auch noch für ein Chortreffen sowie das von ihm zu organisierende Pfarrfest zugesagt hat. Den wichtigsten Termin an diesem Tag hat Leo aber total vergessen und das ist sein 60. Geburtstag. Als er dies von seiner Frau Auguste hört, kann er es gar nicht glauben, dass er schon so alt wird. Er gerät in eine schwere Lebenskrise, muss Opas alten Stock aus dem Keller holen, kriegt Alterszittern und Augenzuckungen, sieht alle Kräfte schwinden und den Tod nahen. Auch sein Sohn Anton, alias Rainer Gimpel, ist ihm keine große Hilfe, da er mit 35 Jahren als Dauerstudent lieber „Bildungsreisen“ nach Mallorca unternimmt, anstatt zu heiraten und für Enkelkinder zu sorgen. Unterstützt bei diesen Reisen mit „weiblichen Forschungsobjekten“ wird er dabei von seinem Freund Alex, der von Thomas Henkel gespielt wurde.

Ein Maler aus Frankreich

Um Leo zu helfen, lassen sich die Dorfbewohner nun einiges einfallen, da Leo nur noch schwarz sieht und droht, alle Ämter hinzuschmeißen. Kirchenverwaltungsratsvorsitzende Adelheid, alias Kerstin Rothe, versucht mit Hypnose herauszufinden, was die plötzliche Verwandlung von dem Fastsechziger ausgelöst haben könnte. Doch trotz Phantasiereise und angewandter Psychologie kommt auch sie nicht weiter. Um ihrem Mann zu zeigen, dass sie ihn liebt, beschließt Auguste, sich von einem französischen Maler malen zu lassen, da Leo Bilder mag. Mit französischem Akzent meisterte Elmar Wald diese Rolle, bei dem Auguste allerdings hinter einem Paravent ihre Hüllen fallen lassen musste, damit er seine „Muse“ findet. Chorleiterin Inge, in deren Rolle Kerstin Wassermann schlüpfte, organisiert letztendlich Heilpraktikerin Clothilde, die von Maria Mihm dargestellt wurde. Diese diagnostiziert eine „Einbildungsalteritis“ und fasst, nachdem sie Globulis und Notfalltropfen verschrieben hat, zusammen: „Leo merkt, dass er alt wird!“ Mit Hilfe von Bürgermeister Alfred verabreicht sie ihm die notwendigen Mittel auf eher „gewaltsame Weise“, kuriert Leo aber damit aus, so dass dieser an seinem 60. Geburtstag wieder ganz der Alte ist.

Geiserämter wurden veräppelt

Als abschließende Szene wird das 400 Euro teure Bild des französischen Malers enthüllt, was sich als außerordentlich „abstrakt“ herausstellte. Als sich dessen Meister als „Tullifelder“ outet, der die Geiserämter mal so richtig veräppeln wollte, sieht der geizige Leo diesmal gar nicht schwarz, freut sich über die Liebe seiner Frau und das Leben und bemerkt nur „Alles halb so wild!“ Im von Roland Wehner selbstgeschriebenen Schlusslied stellte Leo dann gemeinsam mit allen Dorfbewohnern fest: „Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an“.

Manuela Henkel

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