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Mai
07

Sagenhafte Einweihung des Kohlbachtaler Sagenweges

zu gz10 Kohlbachtal

(von links) Offizielle Freigabe des Weges durch Bürgermeisterin Manuela Henkel, Stellvertr. Landrat Udo Schilling, ALF-Amtsleiter Knut Rommel, Heimatvereinsvorsitzender Thomas Schütz, Joachim Press von der Sparkassenstiftung, Bundestagsabgeordneter Christian Hirte, Landtagsabgeordneter Manfred Grob

Neben zahlreichen Ehrengästen konnte zur Einweihung des Kohlbachtaler Sagenweges am 29. April auch Joachim Press von der Sparkassenstiftung begrüßt werden. Er war mit einer russischen Delegation der Sberbank Kaliningrad angereist, die sich ein Bild von der Region sowie den touristischen Angeboten machen wollten. Ebenso nahmen an der Wanderung die Tourismusbeauftragten des Landratsamtes sowie der Stadt Geisa, Heidi Brandt und Eva Pagel, teil.

„Wenn du Märchenaugen hast, ist die Welt voller Wunder“ so zitierte Bürgermeisterin Manuela Henkel und stellte fest, dass die Umsetzung des Kohlbachtaler Sagenweges tatsächlich mit einem kleinem Wunder vergleichbar sei. Noch vor drei Jahren hatten die Mitglieder des Heimatvereines nicht gewusst, wie sie das mit 30.000 EURO angesetzte Projekt überhaupt umsetzen sollten. „Mit Hilfe von finanziellen Mitteln der RAG Leader, Unterstützung des Amtes für Landwirtschaft und Flurneuordnung, der Sparkassenstiftung, zahlreichen Unterstützern, international bekannten und heimischen Künstlern sowie vielen ehrenamtlichen Helfern ist dieses kleine Wunder gelungen“ so die Bürgermeisterin, die selbst Mitglied im Heimatverein ist.

Tafeln in Brailleschrift

Vorsitzender Thomas Schütz lud im Anschluss zur offiziellen Banddurchschneidung ein und gab den Weg, der übrigens auch durch Tafeln in Brailleschrift für sehbehinderte Menschen interessant ist, offiziell für die Wanderer frei. Diese wurden bei der ersten Station am Hexenbrunnen zu einem „Hexentrunk“ eingeladen. Von der Menschenmenge wurde allerdings auch die „Hexe von Kranlucken“, alias Roland Wehner, wach, die ihr Domizil in einem Dachstübchen über dem Brunnen hat.

Die Hexe von Kranlucken

Sie begrüßte die Wanderer, gab Zutaten für ihre Hexensuppe preis und berichtete über den Großbrand 1793, dem fast das ganze Dorf zum Opfer fiel und dessen Ereignisse sich in der Sage „Die Hexe von Kranlucken“ wiederfinden. Richtung Roßberg mussten die Wanderer dann den beschwerlichsten Teil der Strecke zurücklegen, wurden dafür aber mit einem herrlichen Ausblick auf die Frühlingslandschaft der Rhön belohnt. Bei der nächsten Station „Der französische Soldat“ erwartete sie das neu gegründete „Coolbachtaler Folkorchester“ unter der Leitung von Evelyn Hetzer, das mit irischen Weisen aufwartete.

Der französische Soldat

Amelie Hosenfeld las an einem aus dem Jahre 1814 stammenden Bildstock die Erzählung über einen französischen Soldaten vor, der an der Stelle von einem Bauern erschlagen worden sein soll. Heimatforscher Bruno Leister erklärte, dass das Wort Sage von „etwas sagen, erzählen“ kommt und dass diese Geschichte tatsächlich so passiert sein könnte. „1813 ein Jahr vor der Aufstellung des Bildstockes durchquerten französische Soldaten nach der Völkerschlacht bei Leipzig auf dem Rückzug die Region.“ In den Kirchenbüchern und Aufzeichnung findet der Heimatforscher jedoch keinerlei Hinweise auf die „Bluttat“ und so verschwimmen für ihn an dieser Stelle Wahrheit und Dichtung.

Märchen schreibt die Zeit

Die dritte Station des Sagenweges befindet sich am Dorfbrunnen in Zitters, wo die Wanderer von der Kohlbachtaler Kinderschola unter der Leitung von Lorenz Gimpel begrüßt wurden. Passend zum kühlen Nass präsentierten die Kinder das Volkslied „Wenn alle Brünnlein fließen“ und sangen eine umgedichtete Version des Stückes „Märchen schreibt die Zeit“ aus „Die Schöne und das Biest“. Die 13jährige Miriam Gimpel berichtete, dass vor vielen Jahren einst ein Zitterser Dorfschäfer in einem Wolf einen getreuen Hütehund und Freund gefunden habe. Die ungewöhnliche Freundschaft endete jedoch auf tragische Weise. Die junge Erzählerin kommt selbst aus Zitters und der Hofname ihrer Familie lautet „Schäfersch“, da ihre Vorfahren im Ort die Aufgabe des Schäfers innehatten. Hungrig von der Wegestrecke konnten sich die Wanderer am Kirchplatz in Zitters mit einem „Wolfsburger“ stärken.

Der Feuermann

Im Anschluss gab es die Möglichkeit über eine etwas längere Wegestrecke über den Spielmannsberg oder auf direktem Wege entlang des Kohlbaches zur letzten Station „Der Feuermann“ zu gelangen. Die überlebensgroße Metallskulptur wurde von dem international renommierten Bildhauer Dr. Ulrich Barnickel geschaffen und stellt eine Sage aus dem Sammelwerk von Ludwig Wucke vor. „An den aus Bad Salzungen stammenden Sammler von Mundartdichtungen und regionalen Sagen erinnern heute noch in seinem Geburtsort ein Straßenname und eine Gedenktafel“, berichtete Bruno Leister. Die dargestellte Sage handelt von Feuermännern, die entlang des Kohlbaches ihr Unwesen getrieben haben sollen.

Themenwanderung im Angebot

In unmittelbarer Nähe der letzten Station wurden zum Abschluss der Wanderung alle Gäste zu selbstgebackenen Kuchen und „Zwiebelsploatz“ eingeladen und bestens von der Gruppe „Foreveryours“ aus Kassel musikalisch unterhalten. In Zukunft möchten die Mitglieder des Heimatvereines verschiedene Themenwanderungen für Wandergruppen entlang des Weges anbieten. Buchungen sind über das Tourismusbüro der Stadt Geisa, Telefon 036967/69-115, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. möglich.

Manuela Henkel

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