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Nov
26

Neue Tagespflege entsteht

Tagespflege Anbau

Vorstellung der Schaffung einer Tagespflege als Anbau im Altenpflegeheim Geisa (von links): Heimleiter Stefan Günther, Bürgermeister Martin Henkel, die neue Pflegedienstleiterin Andrea Lotz, Kuratoriumsmitglied Patrizia Kath, die langjährige Pflegedienstleiterin Birgit Weber und Pfarrer Martin Lerg vor dem Baustellenschild in der Bahnhofstraße Geisa

Baustellenbesichtigung Tagespflege

Während die Bauarbeiter der Baugesellschaft Ulstertal Geisa der eisigen Kälte trotzen und die Rohbauarbeiten für die neue Tagespflege vorantreiben, trafen sich Bürgermeister Martin Henkel und Geschäftsführer Jens Schneider von der Baugesellschaft Ulstertal mit Vertretern des Planungsbüros auf der Baustelle, Axel Moses und Kathrin König, um den Stand der Baumaßnahme zu besprechen.

Stiftung Bürgerhospital St. Elisabeth:

In der Cafeteria des Altenpflegeheimes St. Elisabeth sind folgende Worte der Heiligen Elisabeth von Thüringen zu lesen: „Ich habe Euch immer gesagt, Ihr müsst die Menschen froh machen!“.

Im Sinne der Hauspatronin St. Elisabeth und im Geiste des hl. Vinzenz von Paul gestalten Stiftungsvorstand, Heimleitung, Pflegedienst, Küchenteam, bestellte Ärzte, Pfarrer und das Personal bestmögliche Lebensbedingungen für die Bewohner des Pflegeheimes. Bei fachgerechter Betreuung und Pflege in fürsorglicher Atmosphäre, Geborgenheit und Würde gestalten und begehen 95 Mitmenschen ihren Lebensabend gut umsorgt sowie seelsorglich begleitet im Altenpflegeheim St. Elisabeth Geisa der Stiftung Bürgerhospital Geisa.

Investition von ca. 2,7 Millionen Euro

Das Pflegeheim St. Elisabeth mit seinen 95 Plätzen ist voll ausgelastet und es gibt immer eine Warteliste. Im Sommer dieses Jahres begannen die Baumaßnahmen für einen weiteren Anbau, in dem zusätzlich 12 Bewohner des Pflegeheims und 15 Plätze zur Tagespflege untergebracht werden. Die geplante Investitionssumme liegt bei 2,7 Millionen Euro.
Bei einem gemeinsamen Gesprächstermin, an dem auch Vertreter der Presse teilnahmen, sprachen die Mitglieder des Stiftungskuratoriums Bürgerhospital St. Elisabeth, Leiter und Mitarbeiter des Pflegeheimes und beauftragte Planer über die geplante Schaffung der neuen Tagespflege in Geisa.

Dringender Bedarf besteht
 
Für die Tagespflege ist seit längerem ein Bedarf vorhanden. Die Tagespflege wird nach den geltenden Vorschriften einer Tagespflege gebaut. Sie ist rollstuhlgerecht und bietet ein ausreichendes Raumangebot für den Aufenthalt, die Betreuung und die Pflege von 15 pflegebedürftigen Menschen. Die Tagespflege ist in einem ruhigen Teil hinter dem jetzigen Pflegeheim neben dem Ulsterfluss gelegen.

Der Stadt und dem Umland dienen

Die Stiftung Bürgerhospital Geisa, Altenpflegeheim St. Elisabeth, hat eine lange Tradition. Dem Kuratorium der Stiftung Bürgerhospital St. Elisabeth gehören Pfarrer Martin Lerg, Bürgermeister Martin Henkel und Patrizia Kath an. Sie haben gemeinsam mit dem Leiter des Altenpflegeheims St. Elisabeth und den mit der Baumaßnahme beauftragten Unternehmen in den vergangenen Monaten an der Umsetzung der Pläne für die Schaffung eines neuen Bereiches zur Tagespflege gearbeitet. Bürgermeister Henkel sagte bei einem Vor-Ort-Termin der beteiligten Unternehmen in der vergangenen Woche: „Wir haben den Bedarf gesehen. Es ist sehr wichtig, dass eine solche Einrichtung entsteht, die nicht nur der Stadt Geisa, sondern auch dem weiteren Umland dient.“

Kranke Menschen und deren Familien unterstützen

Pfarrer Martin Lerg betonte, dass es ein wichtiges Anliegen sei, Familien, die noch berufstätig sind, bei der Betreuung älterer oder kranker Angehöriger zu entlasten, die nicht mehr allein zuhause gelassen werden können. Da es für Heimplätze lange Wartelisten gebe und auch kranke oder ältere Menschen möglichst lange selbstständig zu Hause in der vertrauten Umgebung bleiben wollten, solle dieses neue Angebot zur Tagespflege geschaffen werden, so Patrizia Kath vom Stiftungskuratorium.

Pflegeheimleiter Stefan Günther weiß, dass bisher die Menschen aus der Region für Tagespflege nach Hessen ausweichen müssen, deshalb betonte er, wie wichtig die Schaffung der Tagespflege für Geisa und die umliegenden Dörfer sei.

Was ist Tagespflege?

Zur Tagespflege gehören die Abholung durch einen Fahrdienst, gemeinsames Frühstück, Betreuung und Beschäftigung, ob Basteln, gemeinsames Kochen, Backen, Mittagessen, Ruhezeiten in separaten Ruheräumen verbringen, spazieren gehen, dann am späten Nachmittag wieder nach Hause gebracht werden, so Stefan Günther. Dieses Angebot könne tageweise genutzt werden oder auch eine Vorstufe für die spätere Vollzeitpflege sein. Ein Vorteil sei dabei auch, dass die Betroffenen mal raus kommen und der Kontakt zu Gleichaltrigen möglich ist. Pfarrer Lerg ergänzte, dass die Tagespflege auch Kapazitäten für die Menschen bietet, die zum Beispiel aus dem Krankenhaus entlassen und noch nicht selbstständig sind. Hier könne eine tageweise Unterbringung auch wichtige Hilfe bieten.

15 Plätze für Tagespflege und 12 Plätze für Erweiterung Pflegeheim

Mit dem Anbau an das Altenpflegeheim entsteht eine Tagespflege mit 15 Plätzen, zusätzlich wird es in den beiden oberen Etagen weitere Zimmer für 12 Bewohner des Pflegeheimes geben. Baubeginn war der 6. August 2018, erklärtes Fertigstellungsziel ist der September 2019.
An dem Beratungsgespräch nahm auch die langjährige Pflegedienstleiterin Birgit Weber teil. Sie arbeitet schon 40 Jahre in diesem Haus, schon als es noch als Krankenhaus betrieben wurde, und geht nun in 2 Wochen in den Ruhestand. Ihre Nachfolgerin Andrea Lotz ist seit Januar 2017 im Altenpflegeheim Geisa tätig und übernimmt jetzt den Staffelstab von Birgit Weber.

Moderne Gestaltung

Die Vertreter der beauftragten Planungsbüros informierten über die Baumaßnahme. Die Tagespflege werde an das bestehende Pflegeheim angebunden, mit Glasfassaden, einem Licht durchfluteten Gang, moderner Gestaltung, das Mauerwerk wird mit warmer Dämmung verbunden, einfach strukturiert und wirtschaftlich gestaltet. Wichtig sei hierbei, dass die Vorgaben passen, ob im Nassbereich, Brandschutz, Wärmeschutz oder der Energieeffizienz. Eine Terrasse an der Tagespflege öffnet den Blick ins Grüne und zur Ulster, erläuterte Kathrin König vom Architekturbüro Dr. Gutjahr aus Erfurt.

Weitere Arbeitsplätze entstehen

Durch den Anbau der Tagespflege entstehen auch weitere 10 bis 12 Arbeitsplätze, so Heimleiter Stefan Günther. Dazu gehören 2 bis 3 Fachkräfte für die Tagespflege, 4 Betreuer, 1 Nachtwache, 1 Reinigungskraft und für die Erweiterung der Küche.
Die Zahl der Bewohner des Pflegeheimes beträgt aktuell 95. Insgesamt arbeiten 107 Mitarbeiter im Pflegeheim.

Jahrhunderte alte Stiftung Bürgerhospital

Die Stiftung Bürgerhospital besteht nunmehr seit Jahrhunderten besteht, so Martin Henkel, mit dem Aufrag der Dienstleistungen am Menschen und für die Angehörigen. Aber das Pflegeheim sei auch ein sehr wichtiger Arbeitgeber für die Stadt und die Region.
Patrizia Kath berichtete darüber, dass jedes Jahr unangekündigt durch den medizinischen Dienst der Krankenkassen eine Bewertung des Altenpflegeheimes erfolge, die immer mit sehr guten Ergebnissen abschlossen. Die letzte Bewertung ergab die Note 1.0, dies sei ein ausgezeichnetes Qualitätsmerkmal für die Einrichtung.

Die beteiligten Unternehmen

Fachtechnische Betreuung: Caritasverband für das Bistum Erfurt e.V.
Tragwerksplanung: Trabert + Partner Ingenieurbüro für Statik u. Konstruktion
Planung/Bauleitung: Architektur- und Ing.Büro Dr. Ing. R. Gutjahr aus Erfurt
Haustechnikplanung Elektro: Planungsbüro Elektrotechnik Werner Rathmair
Haustechnikplanung HLS: Ing.Büro für Energietechnik Dipl.-Ing. Harald Weiß VBI GmbH Waltershausen
Bauphysik: Ing.Büro für Bauwesen R. Otto Breitenworbis
Bauausführende Firma für den Rohbau: Ulstertal Baugesellschaft mbH Geisa
 
Zur Geschichte der Stiftung Bürgerhospital Geisa, Altenpflegeheim St. Elisabeth
von Mathilde Hahn
 
Bereits im Jahr 1402 stiftete Elisabeth vom Berg auf ihrem Totenbett "210 Schilling Pfenning" dem Hospital zu Geisa. Sohn Konrad vom Berg, Probst zu Blankenau, empfahl gleichzeitig die Frömmigkeit seiner Mutter dem Gedächtnis der Nachkommen. Beide "vom Berg" entstammten einer ritterlichen Familie, die ein fuldisches Burglehen in Geisa innehatte. Viele Schenkungen von Einkünften, Ländereien und Besitzungen folgten, darunter 1429 ein Vermächtnis von Hertnid Schrimpf, Kanoniker in Rasdorf und um 1440 eine zu Geisa gelegene Hofstätte durch Brigitte von Tafta, Tochter Margaretha mit Gatten Philipp von Weyhers.
 
Vor den Toren der Stadt

Einer Urkunde des Abtes Hermann von Buchenau (1440-49) kann entnommen werden, dass Abt Johann von Merlau (1395-1440) ein Hospital St. Elisabeth vor den Toren der Stadt Geisa erbauen ließ. 1443 stifteten Brigitte von Tafta und Philipp von Weyhers in der dazugehörigen Kapelle zwei hl. Messen. Der fürstäbtlich-fuldische Visitationsbericht vom 22. Juli 1656 nennt ebenfalls das Hospital St. Elisabeth in Geisa. 1511/1519 wird in Geisa ein Leprosorium mit Kapelle und im 18. Jh. ein „Lazareth“ (Krankenhaus) erwähnt. Um 1820 entstand am stadtabgewandten Ufer der Ulster, dem großflächigen Standort von Hospital und „Lazareth“ ein Neubau. Man legte beide Einrichtungen zusammen.
 
Barmherzige Schwestern aus Fulda

Die Haushaltung, innere Verwaltung und Pflege der Kranken und Hospitaliten übernahmen im Auftrag des Stiftungsvorstandes ab 27. April 1854 Barmherzige Schwestern aus dem Mutterhaus Fulda.
Mit einem großzügigen Erweiterungsbau einschließlich Kapelle, eingeweiht am 6. Mai 1882, war das Krankenhaus St. Elisabeth entstanden. Das straßenseitige Hauptportal kostete 1.028,00 Mark.
Für die Statue der hl. Elisabeth von Thüringen im Portalgiebel, geschaffen 1881 von V. Weider aus Kissingen, waren 600,00 Mark aus dem Hospitalvermögen zu zahlen.
 
Erster Röntgenapparat kam 1913

Die „Dr.-Koch-Stiftung“ ermöglichte die Einrichtung eines Operationssaales mit Instrumentarium und die Anschaffung eines Röntgenapparates zum 9. Februar 1913. Durch Erweiterungs-, Um- und Neubauten entwickelte sich das Krankenhaus St. Elisabeth in Geisa ständig weiter. Nach einer Erhebung vom 1. Januar 1938 war der Name der Stiftung Hospital und Krankenhaus Geisa.
Nachteile ergaben sich im Sperrgebiet der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik.
Nach der unblutigen Grenzöffnung und der Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990 folgten Änderungen. Ab 1. Januar 1993 wurde das Krankenhaus St. Elisabeth der Stiftung Hospital und Krankenhaus Geisa in das Altenpflegeheim St. Elisabeth Geisa umgewidmet.
 
Weihegottesdienst mit Ludwig Schick

Nach Neuerrichtung der Wohnbereiche für die Pflegebefohlenen sowie Umbau der vorhandenen Bausubstanz u. a. mit Wohnungen für den Hausgeistlichen und die Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul durch Ohlmeier Architekten Kassel, zelebrierte am 5. Januar 1999 der damalige Weihbischof Prof. Dr. Ludwig Schick, in Vertretung des amtierenden Erzbischofs im Bistum Fulda, DDr. Johannes Dyba, den feierlichen Weihegottesdienst in der neuen Hauskapelle mit Konsekrierung des Altares und übergab das gesamte Objekt dem Stiftungsvorstand und der Heimleitung.
Seither leben 95 Heimbewohner im altengerechten, großzügig gestalteten, lichtdurchfluteten und farbenfrohen Pflegeheim mit Cafeteria, umfangreicher Gartenanlage sowie Lourdesgrotte.
 
Hauspatronin St. Elisabeth

Laut Satzung vom 23. März 2006 erfolgte eine Änderung in Stiftung Bürgerhospital Geisa Altenpflegeheim St. Elisabeth. Im Sinne der Hauspatronin St. Elisabeth und im Geiste des hl. Vinzenz von Paul werden durch alle Beteiligten bestmögliche Lebensbedingungen für die Bewohner des Hauses geschaffen, gut umsorgt sowie seelsorglich begleitet im Altenpflegeheim St. Elisabeth Geisa der Stiftung Bürgerhospital Geisa.
 

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