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Jul
15

Kindergarten benötigt Verjüngungskur

Spatenstich Kiga 2019

Vertreter der am Bau beteiligten Firmen und Institutionen, Kinder und Erzieherinnen beim symbolischen Spatenstich zum Beginn der umfangreichen Sanierungsarbeiten im Geisaer Kindergarten (Fotos: Stefan Sachs)

Mit einem symbolischen Spatenstich begannen umfangreiche Sanierungsarbeiten im Gebäude und im Außengelände des Geisaer Kindergartens.

Das altbekannte Kinderlied „Wer will fleißige Handwerker sehn?“ erleben die Sprösslinge des Geisaer Kindergartens in nächster Zeit live. Umfangreiche Sanierungsarbeiten haben begonnen. Die Brandmeldeanlage und andere brandschutztechnische Anlagen müssen an die aktuell geltenden Bestimmungen angepasst werden. In den Kellerräumen sind die komplette Elektroinstallation und die Abflussleitungen zu erneuern. Der Laubengang an der Außenseite des Gebäudes wird grundhaft saniert, das Haus selbst energetisch aufgebessert – mit Umrüstung der Beleuchtung auf energiesparende LED-Technik. Die Außenanlagen werden neugestaltet. „Auf den ersten Blick sieht der Kindergarten eigentlich noch gut aus, beim genaueren Hinschauen erkennt man aber, dass es bauliche Probleme gibt“, sagt Geisas Bürgermeister Martin Henkel (CDU). In den Jahren 2002/2003 hatte man die Kindertagesstätte umfassend saniert.

Sanierung im Kellerbereich notwendig

„Die Arbeiten beschränkten sich damals aber lediglich auf das Erdgeschoss und das Dach des Gebäudes. Der komplette Kellerbereich blieb unberücksichtigt“, so Henkel. Darin befinden sich veraltete Elektroinstallationen, teils mit Aluminiumleitungen, die heute nicht mehr zulässig sind, alte Heizungs- und Wasserleitungen sowie undichte Abflussrohre aus Ton. Mehrere Deckendurchbrüche zwischen Keller und Erdgeschoss hatte man damals nicht verschlossen – das sei ein erheblicher Mangel im Bereich des Brandschutzes. An den vor 17 Jahren sanierten Gebäudeteilen sind ebenfalls teils erhebliche Mängel sichtbar, zum Beispiel Korrosion und Lackabhebungen an Treppenanlage und Laubengang, Setzungen von Pflasterflächen in der Außenanlage, Fehlfunktionen des im Gebäude befindlichen Bussystems der Elektroanlage.

Spielbereich erneuern

Im Außenbereich hatte man damals die Rohrleitungen nicht erneuert, das müsse nun nachgeholt werden. Viele Spielgeräte seien verschlissen und sollen durch neue ersetzt werden. Insbesondere den Spielbereich für die Ein- bis Dreijährigen wolle man attraktiver gestalten, erklärt der Bürgermeister. Den Spielplatz hatte man in den Jahren 2003/04 neugestaltet, erinnert sich Kindergartenleiterin Christa Riemer. Damals hatte man aber einige Spielgeräte vom Vorgänger-Standort mitgebracht, die nun sehr alt seien. Der Außenbereich am hinteren Kindergarteneingang ist bisher nur geschottert und soll nun ebenfalls neugestaltet werden. Zuvor werden die dort befindlichen alten Entwässerungsleitungen und Schächte erneuert.

Barrierefreien Zugang schaffen

2009 hatte die Stadt den Kindergarten erweitert – mit Fördermitteln aus dem Konjunkturpaket. Hierbei sollte eigentlich ein barrierefreier Zugang gebaut werden, was sich aber damals nicht realisieren ließ. Der barrierefreie Zugang wird nun im Zuge der Sanierung geschaffen.
Die Gesamtkosten für die anstehenden Arbeiten wurden anfänglich auf 450 000 Euro geschätzt. „Im Laufe der baulichen und brandschutztechnischen Untersuchungen an dem Kindergarten wurden weitere erhebliche Mängel sichtbar, welche die Erhöhung der Bausumme zur Folge haben“, erklärt Martin Henkel. Mit dem Haushaltsplan 2019 hatte der Stadtrat eine Gesamtsumme von 824 000 Euro für das Vorhaben beschlossen. Nach aktueller Kostenschätzung geht man von einer Bausumme von 740 000 Euro aus, welche der Stadtrat zur Sitzung am 12. Juni einstimmig abgesegnet hatte.

Förderprogramme helfen

Zur Realisierung des Vorhabens sei es gelungen, zwei Programme aus der Bund-Länder-Städtebauförderung zu kombinieren, sagt Christine Meißner von der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK), Büro Weimar. Aus dem Programm „Zukunft Stadtgrün“ wird der Außenbereich bezuschusst, aus „Kleine Städte und Gemeinden“ die Arbeiten am und im Gebäude.
Die Arbeiten wurden mit der Kindergartenleitung und der katholischen Kirchengemeinde als Träger der Einrichtung abgestimmt. Zwei Wochen müsse die Tagesstätte geschlossen werden – während der Abstrahlarbeiten im Außenbereich. Alle anderen Bautätigkeiten erfolgen bei laufendem Betrieb, und bis Jahresende will man fertig sein.

Stefan Sachs

 

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