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Apr
14

Auszeichnung: Energie-Kommune des Monats

Die Stadt Geisa wurde für ihr Engagement im Rahmen der Energiewende von der Agentur für Erneuerbare Energien Berlin als ENERGIE-KOMMUNE des Monats März 2020 ausgezeichnet.
Begründet wird die Auszeichnung mit dem Engagement der Kommune im Bereich Erneuerbare Energien, durch welches die regionale Wertschöpfung gefördert, das Klima geschützt und innovative Lösungen beispielhaft vorangebracht werden.
Bereit 2019 hat die Stadt Geisa den Energieeffizienzpreis der Thüringer Energieagentur (ThEGA) erhalten. „Bereits im Jahr 2007 hatte sich unsere Stadt das Ziel gesetzt, die Wärmeversorgung der kommunalen Gebäude auf nachhaltige Füße zu stellen“, erklärte Bürgermeisterin Manuela Henkel.
Effizient und klimafreundlich
Dabei mussten hohe Hürden überwunden werden, denn die gemeindeeigenen Gebäude in der Altstadt stehen unter Denkmalschutz. Sanierungen waren deshalb mit strengen Auflagen und Einschränkungen verbunden. Die Kommune entschied sich schließlich für den Anschluss der historischen Bauwerke an ein Wärmenetz. „Die Energiewende vor Ort kann für Kommunen natürlich auch herausfordernd sein. Geisa ist aber ein sehr schönes Beispiel dafür, dass es auch in kniffligen Situationen Lösungen gibt, um Erneuerbare Energien zu nutzen“, sagt Dr. Robert Brandt, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien e.V. (AEE). Bei der Wahl des Energieträgers setzte Geisa auf zwei effiziente und klimafreundliche Holzhackschnitzelanlagen. Diese haben eine Gesamtwärmeleistung von 650 Kilowatt und versorgen zwei getrennte Nahwärmenetze.
Zwei getrennte Nahwärmenetze
An das erste Netz ist das gesamte Schlossplatzensemble mit dem barocken Schloss mit Schlosshotel, der Point Alpha Akademie, dem Rathaus, dem Bauamt und der ANNELIESE DESCHAUER Galerie mit Stadtmuseum angeschlossen. Das zweite Netz beliefert das Kulturhaus, einen Kindergarten, ein Ärztehaus und das Haus der Vereine mit klimafreundlicher Wärme. „Die Heizanlagen lassen sich durch mobile Leittechnik überwachen und steuern“, erklärt Dominik Ebert vom Bauhof der Stadt. Er hatte im letzten Jahr eine Ausbildung zum Energiemanager absolviert und kümmert sich um den Betrieb und die Wartung der Anlage. Der Umstieg von fossiler Energie auf Biowärme spart pro Jahr mehr als 200 Tonnen CO2 ein. Die durch die eingesparten Heizkosten freiwerdenden Mittel wurden umgehend in eine effiziente Straßenbeleuchtung mittels LED und ein Energiemanagementsystem in Kooperation mit der ThEGA investiert.
Wertschöpfung vor Ort
Zusätzlich wurde auf dem Gebäude des Bauhofs am Rande der Altstadt eine Photovoltaikanlage mit 99,3kWp installiert. „Das Holz für die Hackschnitzel wird aus der Region gewonnen und dient der Wertschöpfung vor Ort“, erklärt die Bürgermeisterin. Gerade in der jetzigen Zeit, in der viele Kommunen das anfallende Borkenkäferholz kaum auf dem Markt verkauft bekommen, nutzt die Stadt Geisa dieses für ihre Nahwärmenetze.
Ausbau eines Gasnetzes
Ein weiterer Meilenstein in der Energieversorgung soll der Ausbau eines Gasnetzes durch Werra-Energie in der Stadt Geisa werden. Das Netz soll von einer LNG-Tanklösung im Gewerbegebiet ausgespeist werden. Bisher hatte die Kommune keinen Zugang zur öffentlichen Gasinfrastruktur und die Bürger waren größtenteils abhängig von Öl als Wärmelieferant. Der Blick ist beim Umstieg auf Erdgas auch auf die Zukunft gerichtet. „Das vorgesehene Netz kann zukünftig auch mit Wasserstoff gespeist werden und ist ebenfalls für den Betrieb von Brennstoffzellen geeignet“, erläuterte Henkel.

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