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Feb
15

Auszeichnung der Preisträger im Architektenwettbewerb

Neugestaltung der Ulsteraue

Geisa. Die Stadt Geisa hatte unter der Koordination der DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungs GmbH Weimar einen beschränkten Ideen- und Realisierungswettbewerb ausgelobt. Am 25. Januar fand die Vorstellung und Prämierung der Wettbewerbssieger im Geisaer Rathaussaal statt. Bürgermeister Martin Henkel begrüßte die anwesenden Vertreter der Architektenbüros, die zahlreichen Gäste und freute sich auch über das große Interesse aus der Bevölkerung.

Wettbewerbsaufgabe

Die Stadt Geisa lobt einen freiraumplanerischen Realisierungswettbewerb mit städtebaulich-hochbaulichem Ideenteil aus. Wettbewerbsbereich ist die stadtnahe Ulsteraue mit der angrenzenden ehemaligen Handwerkervorstadt um Löhers- und Pfortengasse.

Anlass des Wettbewerbes ist die Teilnahme der Stadt Geisa an der Thüringer Projektinitiative „Genial zentral" unter dem Thema „Altstadt und Fluss – Chancen einer Begegnung". Inhalt dieses Projektes ist die Aufwertung der Ulsteraue östlich der noch vollständig von einer Stadtmauer umgebenen Altstadt auf einem Bergsporn für städtische Freiraumnutzung inklusive einer neu zu schaffenden Fußgängerverbindung zwischen Aue und Altstadt nach dem Rückbau einer Industriebrache.

Von den 21 Wettbewerbsteilnehmern wurden Lösungsvorschläge und Ideen für die landschaftsplanerische Gestaltung und städtebauliche Neuordnung des östlichen Innenstadtbereiches erarbeitet.

Die Preisträger
1. Preis

Blaurock + Storch Dresden und studio2 architekten Chemnitz

Robert Storch, Claudia Blaurock, Jörg Mehlhorn, Ines Reinhold

2. Preis

Atelier LOIDL Landschaftsarchitekten und Stadtplaner Berlin, Jörg Wessendorf Architektur und Städtebau Berlin, Grischa Leifheit Architekt Hamburg

Leonard Grosch, Grischa Leifheit, Jörg Wessendorf

3. Preis

geskes.hack Berlin

Kristina Hack, Christof Geskes

Anerkennung

Implantat architektur Erfurt, atelier sonnenseite Stadtilm

Tom B. Förster, Bettina Franke

Anerkennung

Anna Viader Städtebau, Architektur, Landschaft Berlin, SMAQ – architecture urbanism Berlin

Anna Viader Soler, Andreas Quednau

Das Preisgeld

Das Preisgericht beschloss einstimmig folgende Neuverteilung der ausgelobten Preissumme

1. Preis 14.600 Euro
2. Preis 12.000 Euro
3. Preis 5.400 Euro

Anerkennung 1.800 Euro
Anerkennung 1.800 Euro

Beschreibung des 1. Preises

Ulsteraue und Naturbadeanlage

Der Entwurf sieht eine weitläufige offene Wiesenaue auf der Ostseite der Altstadt vor. Das einfache Wegesystem aus Uferwegen und einer zentralen Wegeverbindung mit neuer Brücke zum östlichen Stadtteil belässt großzügige Landschaftsräume. Die Naturbadeanlage ist als naturnaher Wasserlauf mit mäandrierenden Aufweitungen maßstäblich und verspricht vielfältiges Wassererleben, das durch punktuelle bauliche Akzente unterstützt wird.

Umfeld Kulturhaus

Die Anordnung der PKW-Parkplätze auf einer parallel zur Ulster ausgerichteten, baumbestandenen Fläche hält Abstand zum Fluss und kann Altstadt und Kulturhaus gut erschließen. Die Abkopplung der Busstellplätze vermeidet eine zu große Konzentration. Der Vorplatz des Kulturhauses schafft es, - den Höhenunterschied zur Bahnhofstraße zu nutzen, über die polygonale Formsprache dem Kulturhaus Impulse zu geben und den bestehenden Spielplatz selbstverständlich zu integrieren. Sehr gut geling die Einbeziehung der großen Trauerweide und der Sitzstufen auf der Nordseite. Die Orientierung am Bestand verspricht eine wirtschaftliche Realisierung.

Schlossgarten

Die funktionalen Anforderungen an den Schlossgarten für Feste sind sehr gut umgesetzt. Das in den Hang geschobene Wirtschaftsgebäude führt zu einer Entlastung des schmalen Raums. Im Hinblick auf die öffentliche Alltagsnutzung und den Blick von der Schlossterrasse wirkt die Gestaltung des Hangs etwas schematisch.

Altstadtzugang/Wasserpforte

Der barrierefreie Zugang zur Altstadt wird über einen Aufzug und einen Steg gelöst. Konsequent werden neben dem bestehenden Aufgang keine Eingriffe in den Hang vorgeschlagen. Der Aufzug wirkt als jedoch als Fremdkörper in dem angenehm zurückhaltenden und stimmigen Konzept und wird von der Jury kritisch beurteilt.

Handwerkervorstadt

Die Handwerkervorstadt wird mit gestalterisch überzeugenden Einfamilienhäusern ergänzt, die jedoch den Bezug zum besonderen Charakter des Quartiers vermissen lassen. Insgesamt liefert die Arbeit ein tragfähiges Raumgerüst, das gestaltungssicher und vielversprechend bis ins Detail durchgearbeitet ist. Bis auf den Altstadtzugang über Aufzug und Steg liefert der Entwurf einen überzeugenden Vorschlag.

Empfehlung der Jury zur Vergabe des Auftrags

Die Jury empfiehlt der Stadt Geisa, den 1. Preis mit der Realisierung zu beauftragen. Für die weitere Planung gab sie folgende Empfehlungen:

- Der Altstadtzugang sollte überarbeitet werden. Gegenüber einem Aufzug sollte eine Rampe im Hang bevorzugt werden.

- Am Kulturhaus ist zu überprüfen, ob eine Terrasse an der Ostseite zum Fluss eingeordnet werden kann.

- Im Schlossgarten sollte die Platzfläche zugunsten der Hangfläche reduziert werden.

- Im Ideenteil in der Handwerkervorstadt ist die bestehende Zufahrt zum Kindergarten zu belassen, eine neue Zufahrt ist nicht möglich.

Ausstellung im Rathaussaal

Die mit Preisen ausgezeichneten Arbeiten können während der Öffnungszeiten der Stadtverwaltung Geisa im Rathaussaal besichtigt werden.

ulsteraue

 „Detailplan Naturbadeanlage"

Die Sieger des Architektenwettbewerbs, Blaurock + Storch Dresden und studio2 architekten Chemnitz, zeigten in ihrem Entwurf die Ulsterauen mit Naturbadeanlage, Wasser- und Matschspielplatz, naturnahem Wasserlauf und Schöpfrad an der Ulster

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