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Motzlar

Schleid Ortsteil Motzlar

Verwaltungsbehörde für die Gemeinde Schleid ist die Stadtverwaltung Geisa.


Der Ortsteil Motzlar hat 339 Einwohner (01.01.2017). Es gibt eine Gaststätte, ein Gemeindehaus, die Kegelbahn mit Sitz des Vereins „Hilfe für Kinder von Tschernobyl“ und der Rhönradweg führt durch den Ort. Das kulturelle Leben des Dorfes prägen unter anderem der Feuerwehrverein, der Backhausverein und die Kirmesgesellschaft.

die UlsterOrtsmitte

Ulster soll wieder naturnah verlaufen
K+S setzt Ausgleichsmaßnahme in Motzlar um

Schleid/Motzlar. Im Biosphärenreservat Rhön lässt die K+S KALI GmbH bei Motzlar die Ulster in einem Teilbereich, dem so genannten Ulstersack, renaturieren. In einer Pressemitteilung vom Kaliwerk Werra heißt es dazu:

„Geplant ist, den ursprünglichen Flussarm im unmittelbaren Grenzbereich zwischen Thüringen und Hessen wiederherzustellen sowie Auwald in der Ulsteraue neuanzulegen. Zur Umsetzung der Maßnahme ist es erforderlich, von der B278 aus eine temporäre Baustraße zur Ulster anzulegen, die dann den Fluss mit einer Furt durchquert und bis zur Baustelle führt. Aus Sicherheitsgründen ist das Betreten der Baustelle für Besucher strengstens untersagt.“

Bauarbeiten an der Roten Wand
K+S berichtet weiter: „Die Bauarbeiten haben am 15. September 2014 begonnen und sollen innerhalb von ca. sechs Wochen abgeschlossen sein. Nach Berichten aus der Motzlarer Bevölkerung wurde der natürliche Ulsterlauf mit dem Aushub des heute vorhandenen Flussbettes und den Erdmassen aus dem Abtrag der so genannten „Roten Wand“ verfüllt. Bei der „Roten Wand“ handelte es sich um eine damals westlich zur Ulster verlaufende ca. sechs bis acht Meter hohe natürliche Geländestruktur. Ziel dieser Ulsterbegradigung war es, die damaligen Grenzanlagen zwischen den beiden deutschen Staaten besser überwachen zu können. Im Rahmen der Renaturierung wird mit den anfallenden Erdmassen die „Rote Wand“ außerhalb der Überschwemmungsaue westlich des Baufeldes wieder aufgebaut und somit der ursprüngliche Geländeverlauf annähernd wieder hergestellt. Der Aushub erfolgt auf einer Länge von ca. 500 Metern im Bereich des noch bestehenden Flurstücks des ehemaligen Gewässerverlaufs. Für die Rekonstruktion des Altarmes müssen ca. 12.000 m³ Bodenaushub bewegt werden.“

450.000 Euro Investition
„An dem beschriebenen Projekt beteiligt sich die K+S KALI GmbH im Rahmen einer Ausgleichsmaßnahme. Wie andere Unternehmen auch, ist die K+S KALI GmbH für Vorhaben, die einerseits mit Eingriffen in die Natur verbunden sind, andererseits aber unvermeidbar sind, um die Produktion fortzuführen, zu Ausgleichsmaßnahmen verpflichtet. Neben dem Hochwasserschutz hat die Maßnahme in Motzlar das Ziel, die Ulster naturschutzfachlich durch eine naturnahe Gestaltung und das Gewähren von Eigendynamik des Gewässers aufzuwerten. Mit der Erhöhung der Strukturvielfalt im und am Gewässer wird die Lebensraumqualität für Fische und andere gewässerbewohnende Arten verbessert, wie z.B. Libellen und deren Larven. Aber auch die Pflanzenvielfalt wird aufgrund der unterschiedlichen Strömungsgeschwindigkeiten und Gewässertiefen zunehmen. In die Renaturierungsmaßnahme in Motzlar investiert K+S 450.000 Euro.“

lageplan 

K+S lässt bei Motzlar die Ulster in einem Teilbereich, dem so genannten Ulstersack, renaturieren