Leserbrief aus Berlin

Liebe Bewohnerinnen und Bewohner von Geisa, Borsch und Umgebung!


Wir sind Pilger auf dem Weg nach Santiago de Compostella und stammen aus der 3500 Katholiken zählenden Pfarrei St. Martin- Kaulsdorf im Berliner Nordosten. In unserem Hauskreis treffen wir uns regelmäßig, um Themen des Glaubens zu besprechen. H.P. Kerkelings „Ich bin dann mal weg" war 2008 unser Thema. Von da an stand fest, unser Lebenspilgerweg soll nicht nur Alltagsetappen enthalten, sondern auch richtige Pilgeretappen.

„Ich bin dann mal weg"

Wir probierten es erst einmal mit einer Etappe an einem Samstag in Richtung Nordwesten, denn auf halbem Weg an der alten Handelstraße nach Hamburg gab es im Mittelalter den sehr berühmten Wallfahrtsort Bad Wilsnack. Die erste Etappe war uns gut bekommen und so folgten in den Jahren darauf Doppeletappen mit einer Übernachtung. Für uns stand fest als wir in Bad Wilsnack angekommen waren: Den Weg nach Compostella wollen wir wagen. Doch anders als die vielen, die den spanischen Camino laufen, wollen wir die gesamte Strecke unter unsere Füße nehmen.

Das Wunder von Borsch

Als wir im vergangenen Jahr in Naumburg eintrafen, hatten wir die Strecke durch das Land Sachsen-Anhalt abgeschlossen.

In diesem Jahr starteten wir dort, drei Tage später waren wir in Erfurt. Es folgten Gotha, Eisenach, Oberellen, Vacha und Oberlützenbachhof als unser letztes Quartier in Thüringen.

Als wir dann auf unserer vorletzten Etappe für dieses Jahr in Richtung Hünfeld weitergingen, haben wir in Borsch ein kleines Wunder erlebt. Es ist schön, wenn die Kirchen im Ort geöffnet sind, so können wir hineingehen und singen und beten. In Borsch fragten mich zwei Einheimische, ob wir Pilger sind. Ich stimmte zu und erzählte von unserem Ziel Santiago de Compostella. Danach gingen wir Richtung Point Alpha.

Pilgerstäbe als Geschenk überreicht

Noch im unteren Teil des Ortes kam uns ein Autofahrer entgegen (einer der beiden, die mich nach dem Sinn unseres Weges gefragt hatten) und reichte uns zwei Pilgerstäbe aus seinem Auto. Er bat uns, diese Pilgerstäbe mögen doch mit uns Compostella erreichen. Das ist eine sehr schwerwiegende Bitte, die uns aber nicht zur Bürde werden sollte, denn bis Fulda sind die Stäbe mit uns schon gekommen.

Jetzt warten sie in Berlin auf die nächsten Etappen im nächsten Jahr, die von Fulda bis mindestens Würzburg gehen soll. Aber wir hatten ganz vergessen, den freundlichen Mann aus Borsch nach seinem Namen zu fragen.

Dankeschön

Sehr gefreut habe ich mich, dass Frau Eva Pagel von der Stadtverwaltung Geisa sich die Mühe gemacht hat, den uns namentlich unbekannten Spender der Pilgerstäbe zu finden – Herrn Erich Spiegel.

Überaus dankbar sind wir alle Herrn Erich Spiegel für die großzügige Spende, die uns nun innere Verpflichtung ist.

Reiner Härtel im Namen aller 6 Pilger


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