Die Orgel der evangelischen Kirche


Mit der Angliederung des ehemals fuldischen katholischen Dekanats Geisa an das protestantische Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach bildete sich 1816 eine kleine stetig wachsende evangelische Gemeinde, die 1845 ein eigenes Bethaus errichtete. Da dieses bald nicht mehr ausreichte, durfte die Gemeinde 1853 den ehemaligen Marstall (Pferdestall) neben dem Schloß in eine Kirche umbauen. Nach dem Stadtbrand 1858, bei dem auch die noch neue Kirche eingeäschert wurde, entstand in zweijähriger Bauzeit auf den Grundmauern eine neuromanische Saalkirche mit Rundfenstern und Seiteneingang, die mit dem 1892 angefügten spitzen Turm bis heute die Stadtsilhuette mitbestimmt.

Dafür lieferte 1860 Friedrich Knauf eine relativ kleine zweimanualige Orgel mit nur zehn Registern mit folgender Disposition:

I. Hauptwerk C-f3 II. Oberwerk Pedal C-c1

Principal 8´ Flauto traverso 8´ Subbaß 16´

Gedact 8´ Gamba 8´ Octavbaß 8´

Octave 4´ Pianoflöte 4´ [2]

Flauto 4´ [3]

Mixtur 3fach 2´

[5] Manualcoppel Pedalcoppel

Das Orgelgehäuse besitzt einen dreiteiligen Flachprospekt, der über der Spielnische den für Knauf charakteristischen Halbkreisbogen in einer rechteckigen Rahmung zeigt. Die Bogenfüllung ziert ein Vierpaß in der Form eines griechischen Kreuzes, in den Zwickeln begleitet von dreischenkligen Fischblasen. In den Seitenfeldern stehen stabförmige Blindpfeifen. Der doppeltürige Spielschrank wurde erst später angebaut. Die zweimal fünf seitlichen Manubrien mit quadratischen Zugstangen sind ein weiteres Merkmal für Friedrich Knauf & Sohn.

Die Schleiflade auf Höhe des Rundbogens ist eine kombinierte, d. h. die doppelten Kanzellen in chromatischer Reihenfolge werden abwechselnd vom hinteren Ventilkasten für das Hauptwerk und dem vorderen für das Oberwerk versorgt. Entsprechend einfach ist die Strahlenmechanik angelegt: Das Untermanual auf Stechern betätigt den Abstraktenfächer bis unter die hintere Kante der Windlade, so daß die Abstraktur zweimal umgelenkt wird. Unmittelbar darunter befindet sich auch die Pedaltraktur. Dasselbe geschieht mit der Traktur des Obermanuals, die zunächst nach ober verläuft, dann fächerförmig unter den vorderen Ventilkasten zu dessen Ventilen gelangt.

Die Orgel wurde im Jahre 2015 saniert.


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