Stadtmuseum Geisa




Allgemeine Angaben
Ort: 36419 Geisa, Schlossplatz 3

Preise
Das Stadtmuseum Geisa ist auf 3 Etagen barrierefrei und mit Fahrstuhl eingerichtet, eine bauliche Erweiterung ist später vorgesehen. Der Eintritt beträgt für Erwachsene/Rentner 1,50 €, für Kinder/Jugendliche 6-18 Jahre; Schwerbehinderte 0,50 €.

 

Gruppenführungen nach Anmeldung bei der Stadtverwaltung Geisa auch außerhalb dieser Zeiten möglich.

Für Point-Alpha-Besucher Eintritt frei
Mit Vorlage einer Eintrittskarte der Gedenkstätte Point Alpha haben Besucher am gleichen Tag im Stadtmuseum Geisa freien Eintritt.

Preise Museumsführung bis 25 Personen = 25,00 € + Eintrittspreis/Person
Dauer: ca. 1 Stunde

Preise Stadt-und Museumsführung bis 25 Personen = 55,00 € incl. Eintrittspreis Museum
Dauer: ca. 2 Stunden

Führungen nur nach Anmeldung im Tourismusbüro bei Frau Pagel, Telefon 036967/69-115 möglich!

Anmeldung unter:
Telefon:    036967-69115
E-Mail:       Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Der Bürgermeister dankte allen, die den Neubau des Stadtmuseums unterstützt und ermöglicht haben, den Fördermittelgebern von EU, Bundesrepublik Deutschland und dem Freistaat Thüringen. Dank der guten Arbeit der am Bau beteiligten Unternehmen, Planungsbüros und der Stadtverwaltung konnte ein baufälliges Haus beseitigt und an gleicher Stelle ein zeitgemäßes Gebäude errichtet werden. Ein besonderer Dank galt den ehrenamtlichen Mitarbeitern, die das Museum einrichteten und mit viel Eigeninitiative und großem Engagement das Konzept zur modernen Gestaltung des Museums entwickelt haben, insbesondere Matthias Bott, Astrid Weimann-Heim, Thomas Höhl und Egbert Eisele. Bei der Ausstattung des Museums gaben auch die Wartburg-Sparkasse, die Gedenkstätte Point Alpha, das Rhönforum, Gerald Konrad sowie weitere Privatpersonen wertvolle Hilfe und Unterstützung.

Investitionssumme über eine halbe Million
Der Bürgermeister informierte über Investitionen in das neue Stadtmuseum mit einem Gesamtumfang in Höhe von 550.000 Euro, gefördert über das Programm „Genial Zentral“ mit einem Fördersatz von 78 %. Der Eigenanteil der Stadt Geisa betrug 126.000 Euro. In der Gesamtsumme sind die Kosten für Ankauf des alten Gebäudes, Bau- und Planungskosten sowie Kosten für die Ausstattung enthalten. Der Ankauf des Gebäudes wurde ebenfalls gefördert. Den Eigenanteil der Stadt Geisa für den Gebäudeankauf übernahm Anneliese Deschauer.
Matthias Bott berichtete in seiner leidenschaftlichen Ansprache zur Museumseröffnung von den Zielen des Konzepts, mit denen man die Menschen für die Geschichte der Stadt und der Region interessieren wolle unter dem Motto „Bewahren, lernen und daraus Nutzen ziehen“. Auch er bedankte sich bei allen, die die Errichtung des neuen Stadtmuseums unterstützten, allen voran bei dem überaus engagierten Bürgermeister, der es geschafft hatte, Fördermittel für dieses Vorhaben zu organisieren. Ebenfalls dankte Matthias Bott auch den Personen, die in den vergangenen Jahrzehnten an der Dokumentation der Geisaer Stadtgeschichte gearbeitet haben.

Grüße und Glückwünsche von Manfred Grob (CDU)
Thüringens Landtagsabgeordneter Manfred Grob überbrachte in seinem Grußwort herzliche Glückwünsche zur Neueröffnung des Museums. Er brachte seine höchste Anerkennung zum Ausdruck, wie rasant sich in den vergangenen Jahren die Stadt Geisa entwickelt habe, dankte dem Bürgermeister für sein Engagement und lobte besonders den Zusammenhalt zwischen den Menschen im Geisaer Amt.

Wertvolle Ausstellungsstücke
Als neues Ausstellungsstück und besonderer Höhepunkt wird erstmals im Stadtmuseum Geisa eine Replik der keltischen Schnabelkanne aus der Borscher Aue des Instituts für Ur- und Frühgeschichte der Universität Jena gezeigt. Die Originalausgabe von Athanasius Kirchers berühmtem Werk „Mundus Subterraneus, in XII Libros digeftus“ aus dem Jahre 1678, ein Geschenk von Anneliese Deschauer aus Bochum, ist in einer Vitrine ausgestellt. Es handelt sich um eines der wertvollsten Bücher des Universalgelehrten Athanasius Kircher, dem berühmtesten Sohn der Stadt Geisa.

museum 1. etage
Stadtmuseum Geisa, 1. Etage (Foto: Thomas Höhl)

Latènezeitliche Schnabelkanne (Replikat)
Fundort: Grabhügel in der Borscher Aue

Das rekonsruierte Original befindet sich im Institut für Ur- und Frühgeschichte in Jena. Der Henkel der Kanne ist mit 1 Millionen Euro versichert.

Als Schnabelkanne bezeichnet man eine Kanne mit schräg aufwärts gezogener, schnabelförmiger Ausgusstülle. Die Kelten übernahmen die Form der Schnabelkannen von den Etruskern und entwickelten sie nach eigenem Stilempfinden mit regionalen Motiven weiter.

Nordöstlich vom Schleidsberg in der Borscher Aue befinden sich keltische Grabhügel. Einer dieser Begräbnisstätten wurde 1869 von Grabräubern unsachgemäß geöffnet und dabei so stark beschädigt, dass seine Gestalt kaum erkennbar ist. Auch der circa 500 m entfernte, im Auewald liegende zweite Hügel ist sehr unscheinbar. Diese im Vergleich zu anderen Grabhügeln der Region klein ausgefallenen Exemplare verdienen aber aufgrund der genannten Funde aus dem Inneren große Aufmerksamkeit.

Als die Schatzsucher den Grabhügel durchwühlten, fanden sie Teile einer Bronzeschnabelkanne. Es war die erste keltische Schnabelkanne von nur einigen wenigen, die bisher überhaupt gefunden wurden. Sie gehört zu den äußerst seltenen Kunstgegenständen aus frühkeltischer Zeit in Thüringen. Der aus Bronzehohlguss gefertigte Henkel macht die Borscher Schnabelkanne zu einem singulären Artefakt. Da bei diesem Gussverfahren die Form verloren geht, handelt es sich um ein einmaliges, eigens für diese Kanne gefertigtes Stück. Dieser besondere Fund rief sofort Friedrich Klopfleisch, die größte
Koryphäe der mitteldeutschen Ur- und Frühgeschichtsforschung, auf den Plan und es begann eine großangelegte Untersuchung.

Die circa fünf Liter fassende Kanne kommt aus einheimischer Produktion, wobei der als Löwe oder Fabelwesen gestaltete Kannengriff den Handwerker zum Künstler erhebt. Die Zierelemente in Form von Tieren und Fabelwesen sind nicht mehr proto-, sondern eindeutig keltischer Stil. Durch den Fund kann der Beginn der Latènezeit im mitteldeutschen Raum auf etwa 450 v. Chr. terminiert werden. Die zoomorphische Figur hält mit ihren Pranken den verstärkten Rand fest, die Hinterpranken stehen auf der Gefäßschale. Die Mähne des Tieres ist schachbrettartig schraffiert, die Muskeln sind durch Voluten dargestellt.

schnabelkanne

Schnabelkanne (Foto: Annett Sachs)

Weitere Artefakte aus den Grabhügeln in der Borscher Aue sind eine reich verzierte Urne aus Ton mit s-förmigem Profil der Hallstattzeit, Reste eines ursprünglich 35 cm langen eisernen Hiebmessers mit geschwungener Scheide und Reste eines 6 cm langen Eisenmessers, kleine Handmühlsteine und ein Bronzeblech mit einer Tierdarstellung. Das Fundmaterial gehört zu den bedeutenden archäologischen Funden zur europäischen Frühgeschichte.


weitere Informationen unter:

036967 69115
36419 Geisa