Stiftung Bürgerhospital Geisa, Altenpflegeheim St. Elisabeth


Bereits im Jahr 1402 spendete Elisabeth vom Berg dem Hospital zu Geisa. Sie war Mitglied einer ritterlichen Familie, welche ein fuldisches Burglehen in Geisa innehatte. Eine weitere Schenkung ist 1429 nachzuweisen. Der Rasdorfer Kanoniker Hertnid Schrimpf vermachte dem Geisaer Spital die Hälfte seiner Einkünfte, damit die „armen sichen und pilgerinne dort gespeist, trenkt und geherbergt“ werden können. Brigitte von Tafta, deren Tochter Margarethe mit ihrem Gatten Philipp von Weyhers schenkten um 1440 eine zu Geisa gelegene Hofstätte. Einer Urkunde des Fuldaer Abtes Hermann von Buchenau (amt. 1440–1449) ist zu entnehmen, dass Abt Johann von Merlau (amt. 1395–1440) ein Hospital St. Elisabeth vor den Toren der Stadt Geisa erbauen ließ. Die dazugehörige Kapelle St. Nicolai ist 1443 belegt. Weitere Stiftungen kamen hinzu. 1519 befand sich ein „Leprosorium“ für Seuchenkranke neben dem Hospital, in Geisa Spital genannt. Im gleichen Jahr zahlte der Vorsteher des „Leprosoriums“ einen Goldgulden nach Würzburg für die Bauerlaubnis der dazugehörigen Kapelle. Der Visitationsbericht von 1656 nennt das „Hospital St. Elisabeth zu Geisa“. Ab 1743 wird ein Lazarett am Stadt abgewandten Ufer der Ulster aktenkundig. Wahrscheinlich übernahm dieses die Nachfolge des Seuchenhauses „Leprosorium“. In den 1820er Jahren entstand ein Neubau an der Ulster. Das Hospital in der Schulstraße, dort seit 1682, vereinte man mit dem Lazarett im neuen Hospitalhaus. 1854 übernahmen Barmherzige Schwestern die innere Hausverwaltung. Die feierliche Einweihung des Neubaues Krankenhaus St. Elisabeth mit integrierter Kapelle war im Mai 1882. Aus Mitteln der Dr.-Koch-Stiftung konnte 1913 ein Operationssaal eingerichtet und ein Röntgenapparat angeschafft werden. Nach einer Erhebung von 1938 war die neue Bezeichnung „Stiftung Hospital und Krankenhaus Geisa“. Engagierte Ärzte und Chirurgen betreuten Kranke und Hospitaliten. 1967 sowie 1978 wurden große bauliche Veränderungen durchgeführt. Seit dem 1.1.1993, also nach der Wiedervereinigung Deutschlands vom 3.10.1990, ist das Geisaer Krankenhaus in das Altenpflegeheim St. Elisabeth umgewandelt worden. Durch umfangreiche Baumaßnahmen, in zwei Bauabschnitten, schuf man bis Januar 1999 ein großzügiges, farbenfrohes und altengerechtes Pflegeheim für 95 Heimbewohner mit Kapelle, Cafeteria und umfangreicher Gartenanlage. Seit 23.3.2006 ist der Titel: „Stiftung Bürgerhospital Geisa, Altenpflegeheim St. Elisabeth“, welcher ein dreiköpfiger Stiftungsvorstand zur Leitung der Einrichtung vorsteht. Es sind dies der jeweilige Stadtpfarrer und Bürgermeister sowie ein in geheimer Wahl ermittelter christlicher Bürger von Geisa. Dieser Vorstand berief die Heimleitung im Objekt.
Text: Mathilde Hahn