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Michaelstag auf dem Michaelsberg

 michaelstag

Gottesdienst auf dem Michaelsberg bei Buttlar (Foto: E. Reuter)

Die Pfarrgemeinde „ Mariae Geburt“  Buttlar feiert ihren „Verlobten Tag“ jedes Jahr zum Festtag des Erzengels Michael.

Wie schriftlich festgehalten, war bereits im Jahr 1663 dieser Tag von den Vorfahren, im Angesicht der verheerenden Pest in den Dörfern der Rhön, „verlobt“ mit dem Versprechen, alljährlich mit einer Prozession auf den 425 m hohen  Michaelsberg zu ziehen und dort einen Gottesdienst zu halten. So war es auch in diesem Jahr. Bei herrlichem Wetter kamen am letzten Sonntag im September zahlreiche Gläubige aus Buttlar, Wenigentaft und Bermbach, um gemeinsam mit Pfarrer Béla Horváth und Diakon Thomas Kranz den Gottesdienst unter freiem Himmel vor der Michaelskapelle zu feiern. Unterstützt durch die feierlichen Klänge der Blaskapelle Buttlar war es für alle ein bleibendes Erlebnis und voller Dankbarkeit waren die Mühen des Aufstieges bald vergessen.

Kapelle wurde 1714 errichtet
Die heutige Michaelskapelle wurde ab dem Jahre 1714 errichtet und am 28. Juni 1728 von Amand von Buseck als Weihbischof eingeweiht. Man kann aber davon ausgehen, dass bereits vorher ein anderes „Heiligtum“ oben gestanden hat, welches aber zu klein oder zu baufällig war, um es zu erhalten, so dass die heutige Kapelle daraus hervorging.  Das Startkapital für den Bau von 100 Florentiner Gulden stammt von Georg von Kretschau und seiner Ehefrau.  Bis ca. zum Jahre 1821 war die Kapelle ohne Fenster, zwar mit Fensteröffnungen versehen, aber ohne Glas. Man hat die Öffnungen mit Holzbrettern (Schallen) verschlossen, deren Befestigungselemente sind heute noch zu sehen, und diese dann nur zu Gottesdiensten geöffnet, damit Licht hereinfiel. Es gab damals schon Beschwerden an den Gemeinderat über diesen Zustand: …, zumal bei stürmischer Witterung Messe daselbst gelesen … weil der Wind die Wachskerzen auslischt und schon einige Male die geweihte Hostie in Gefahr war vom Altare gejagt zu werden.

Der Turm brannte ab
Im August 1837 brennt der Turm der Kapelle ab. In der Folgezeit werden immer wieder Ergänzungen und Erweiterungen getätigt, so wurde im Jahr 1870 ein Glöckchen  von Valtin Michael Kind gestiftet, 1862 eine Kommunionbank von Joseph Mannel eingebaut und 1884 das Fachwerk des Hauptgiebels von Maurermeister Ignaz Hahn durch ein Mauerwerk ersetzt.
Im Jahre 1963 wird durch Bemühungen der Gemeinde Buttlar und durch vielseitige Privatinitiative der Bürger aus Buttlar und Bermbach die Kapelle innen und außen instand gesetzt. Mit 47 verzeichneten Gespannfuhren wurden im Mai/Juni die benötigten Baumaterialien, darunter ein neuer Dachstuhl, mühsam für Mensch und Tier, heraufgeschafft. Das Turmkreuz wurde von Josef Grosch aus Bermbach erneuert.

Das Erbe der Vorfahren erhalten
Aus Sicherheitsgründen (Diebstahl) wurde ein Teil der Inneneinrichtung ausgelagert. Die letzte äußere Instandsetzung wurde 1994 durchgeführt, dabei wurden Fenster, Fassade, das Dach erneuert und der Turm mit Kupfer beschlagen. Die finanziellen Mittel hierzu  wurden durch die Denkmalpflege, das Generalvikariat Fulda und die Gemeinde Buttlar aufgebracht. Das schöne Äußere täuscht aber nicht darüber hinweg, dass eine Innenrenovierung dringender erforderlich ist denn je. Wünschen wir uns, dass es in der heutigen Zeit des Überflusses möglich ist, das Erbe der Vorfahren zu erhalten, die es unter Not und Entbehrungen errichtet haben.

Von zwei Seiten zu erwandern
Sie können den Michaelsberg sowohl von Buttlar, als auch von Bermbach aus erwandern. In Buttlar vom Radweg aus zur Mariengrotte am westlichen Fuß des Michaelsberges, von dort führen ein steiler und ein zweiter etwas gemächlicher Weg nach oben. Von Bermbach nutzen Sie ausgehend von der Sängerwiese den Radweg, um nach der ersten Brücke nach rechts abzubiegen und den Michaelsberg zu erklimmen. Ein herzliches Danke an Karl-Josef Kramer aus Buttlar für die geschichtlichen Informationen über die Michaelskapelle.

Erwin Reuter

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